Rumänien - 2021

Bewegt, beeindruckt und dankbar

Eine spannende Woche liegt hinter den 13 Teilnehmenden des Muskathlon Rumänien 2021. Sie haben vollen Einsatz gezeigt und 127 498 Euro an Spenden für die Arbeit von „International Justice Mission“ (IJM) Deutschland e.V. gesammelt. Wie wertvoll aber auch aufwändig der Kampf gegen moderne Sklaverei und Menschenhandel ist, davon haben sich die Muskathleten aus erster Hand überzeugt. „Wir durften in diesem Jahr hören, wie das Geld vom letzten Muskathlon 2020 IJM geholfen hat, gegen Menschenhandel in Rumänien vorzugehen“, blickt Johannes Weißbach zurück. Elin Mundt hat vor allem begeistert, dass die Mitarbeiter „mit vollem Herzen“ dienen. Über die Einsätze zu erfahren, wie Kinder und Frauen aus Sklaverei herausgeholt werden, hat Sara Viaggio als sehr stark empfunden.

Die Muskathleten haben Großartiges geleistet und geben den Staffelstab nun weiter. Denn auch im nächsten Jahr wird es einen Muskathlon geben. Lass dich herausfordern und steh auf für Gerechtigkeit. Setze dich ein für diejenigen, die unter Zwangsprostitution und Menschenhandel leiden. Der Muskathlon Osteuropa findet vom 2.-9. Oktober 2022 statt. Mache dich auf zu einem inspirierenden Abenteuer, das deine Perspektive verändern wird und Menschen neue Hoffnung gibt.

Datum

18. – 24. September 2021

Partner

Sportarten

21km
42km
63km
120 km

Spendensumme

151.000 €
0 €
10000 €
Gruppenbild
Worship

Tag 1 - Anreise der Muskathlethen

Die wehende 4M-Fahne begrüßt die Muskathleten am Bahnhof Löbau in der sächsischen Oberlausitz. Sie machen sich auf, um ein starkes Zeichen gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution zu setzen. Gleich bei der Ankunft beginnt für die 13 Teilnehmenden ein eindrückliches Abenteuer. Sie geben erst ihr Gepäck ab, dann auch ihr Smartphone, ihre Schlüssel und ihre Geldbeutel. Mehrere Kilometer gehen sie zu ihrer Unterkunft. Was für die Muskathleten an einem gemütlichen Lagerfeuer endet, ist für Betroffene moderner Sklaverei bedrückende Realität.

Die Kontrolle zu verlieren und hilflos ausgeliefert sein - das erleben schätzungsweise rund 40,3 Millionen Menschen weltweit, die als moderne Sklaven leben. Schreckliche Schicksale, die oft vergessen und verschwiegen werden. Die Muskathleten geben diesen Menschen eine Stimme im Kampf für Gerechtigkeit.

Tag 2 - Die  Arbeit von IJM kennen lernen

Es ist erschütternd und unbegreiflich, wie die Systeme der Zwangsprostitution funktionieren. Warum hilft keiner? Warum helfen sich die Frauen nicht selbst und gehen zur Polizei? Am zweiten Tag der Muskathlon-Reise erfahren die Teilnehmenden, wie die politische Geschichte am Beispiel von Rumänien ein tiefes Misstrauen und Angst vor staatlichen Organen eingepflanzt hat. Diese Prägung ist so stark, dass Betroffene auch vor deutschen Behörden Angst empfinden und sich niemandem anvertrauen. Sie glauben nicht daran, dass ihnen Recht gegeben wird. Sie sind alleine in ihrem Elend und wollen sich vor lauter Scham auch nicht an ihre Familien wenden. Die Teilnehmenden des Muskathlon Rumänien 2021 geben diesen Menschen eine Stimme im Kampf für Gerechtigkeit.

Untergekommen sind die Muskathleten in der Evangelischen Brüder-Unität der Herrnhuter Brüdergemeine. Bekannt ist sie vor allem durch den Gründer Nikolaus Ludwig Graf von Zinsendorf und die Losungen. Das Andachtsbuch mit Bibelversen für jeden Tag wird seit 1731 Jahr für Jahr von der Herrnhuter Brüdergemeine herausgegeben. Wort Gottes, Hilfsbereitschaft und das Solidaritätsprinzip sind bis heute prägende Grundlagen der Lebensgemeinschaft. Diese Kraft wird auch heute noch gebraucht. Für die Muskathleten dient der Ort zur Inspiration und Konzentration auf ihren persönlichen Einsatz in Zusammenarbeit mit "International Justice Mission" (IJM) Deutschland e.V. So erschütternd die Eindrücke auch sind, umso wertvoller ist jede Stimme, die sich gegen herrschende Ungerechtigkeit und schmerzende Schicksale erhebt.

Tag 3 - Vorbereitung auf den Muskathlon

Wie kann Betroffenen von Zwangsprostitution und modernem Sklavenhandel geholfen werden? Das erfahren die Teilnehmenden des Muskathlon Rumänien 2021 an Tag 3 aus erster Hand von unserem Partner „International Justice Mission“ (IJM) Deutschland e.V. Die gemeinnützige Organisation hat ein Büro mit Mitarbeitern in Rumänien eröffnet. Die Spenden aus dem Muskathlon 2020 haben diesen Schritt möglich gemacht. Verdeckte Ermittler arbeiten nun daran, Einzelfälle aufzudecken und die Täter rechtskräftig zu verurteilen. Dieser Leuchtturmeffekt schreckt bereits Kriminelle ab. Die Opfer erhalten sofortige Hilfe. Das brüchige Rechtssystem wird zudem durch Schulungen der Polizei und Ortskräfte stabilisiert.  Aufklärung und Aufdeckung von Korruption ist hier ein entscheidender Schlüssel.  IJM verändert vor Ort aktiv die Situation. Dietmar Roller, Direktor von IJM Deutschland sagt: „Ich bin kein Verwalter von Elend. Wir können etwas tun!“

„Aufstehen für Gerechtigkeit“ heißt das Motto des Muskathlon. Spenden sammeln und auf die neue Gerechtigkeit aufmerksam machen, das ist die Leidenschaft der Muskathleten. Dazu gehört am dritten Muskathlon-Tag auch eine Trainingseinheit. Die sportliche Herausforderung zu Fuß oder auf dem Rad ist ein Höhepunkt der Muskathlon-Woche. Die Muskathleten bereiten sich auf einen Lauf vor, der ein Zeichen der Hoffnung setzt.  
 

Tag 4 - Aufbau und Besinnung

Was die Muskathleten über sexuelle Ausbeutung und das Leid von Betroffenen erfahren, hinterlässt bei ihnen tiefe Spuren. Sie haben am vierten Tag der Muskathlon-Reise Zeit, um ihre Betroffenheit auszudrücken und das Erlebte wirken zu lassen. Das Leid von Kindern und Frauen, die sexuell ausgebeutet werden, ist zum Greifen nah. Ungerechtigkeit, die nur schwer zu ertragen ist und oft unter dem Radar wenige Kilometer von der eigenen Haustür herrscht. Die Muskathleten gehen an verschiedenen Gebetsstationen ganz persönlich mit diesen Gefühlen um, in die sich auch Hoffnung mischt. Denn „International Justice Mission“ (IJM) Deutschland e.V. und KARO e.V. zeigen konkret auf, wie sie sich gegen sexuelle Ausbeutung einsetzen und Menschen aus Sklaverei befreien. Eine bedeutende Rolle spielt dabei auch die Nachsorgearbeit, um Betroffenen nachhaltig zu helfen und tiefgehenden psychischen Verletzungen zu begegnen.

Ein Muskathlon bleibt nicht bei Betroffenheit stehen, sondern ermutigt zum nächsten Schritt. Das Mitarbeiter-Team bereitet die Lauf- und Radstrecke vor, spannt das rote Muskathlon-Banner auf. Damit haben die Teilnehmenden ein klares Ziel vor Augen. Sie richten den Blick auf den Kampf für Gerechtigkeit und fiebern ihrem sportlichen Einsatz entgegen. Im Laufe des Tages entsteht eine positive Anspannung. Hat jeder genug getrunken? Und gibt es am Abend auch eine gute Portion Pasta? Am Lagerfeuer erhalten die Teilnehmenden die Muskathlon-Shirts, die sie mit all den Eindrücken und Emotionen mit auf die Strecke nehmen werden. Der Start beim Muskathlon erfordert mutige und anstrengende Schritte, genau wie der Kampf gegen Ungerechtigkeit. Diese Herausforderung nehmen die Muskathleten an und geben damit denen eine Stimme, deren Schmerz sonst nicht gehört wird.
 

Tag 5 - Die Herausforderung

Voller Anspannung warten die Muskathleten auf den Startschuss zu ihrem sportlichen Höhepunkt der Woche. Die letzten Tage haben sie bewegt und erschüttert. „Ich wusste nicht, dass Frauen in Zwangsprostitution direkt in meiner Stadt so leiden“, sagt ein Teilnehmer. Deshalb wollen die Muskathleten mit ihrem Lauf auf die Ungerechtigkeit aufmerksam machen und ein Zeichen der Hoffnung setzen. Dass der Einsatz gegen moderne Sklaverei und Zwangsprostitution viel abverlangt und eher einem Marathon als einem Sprint gleicht, das erleben die Teilnehmenden selbst auf der Strecke.  Es geht durch ein herausforderndes Terrain, das von ihnen alles fordert.

Im Ziel überkommen sie die Emotionen. „Jeder Meter hat sich gelohnt”, sagt eine Teilnehmerin. Erschöpft und überwältigt von den Begegnungen und Erfahrungen der Woche sind die Muskathleten am Ende des sportlichen Höhepunkts. Der Abschluss des Muskathlon-Tags wird zu einem Fest. Denn Menschen zu inspirieren und trotz großer Herausforderungen auf Hoffnung zu setzen, ist der Antrieb der Muskathleten. Das spiegelt sich auch in konkreter Hilfe wider. 121 198 Euro haben die Muskathleten bis dahin an Spenden für unseren Partner „International Justice Mission“ (IJM) Deutschland e.V. gesammelt. Um Schritt für Schritt Menschen aus Sklaverei zu befreien und ihnen neue Hoffnung zu geben.